Das war er wahrhaftig! Nicht nur, weil er relativ sonnig und verhältnismäßig warm war, sondern auch, weil er viele schöne Momente bereit hielt. Ich für meinen Teil habe einige schöne Tage in Portugal verbracht und hatte dort, neben goldenem Licht und goldenen Pferden, auch fast sommerliche Temperaturen.

Außerdem standen Ende Oktober/Anfang November auch zwei tolle Shootings sowie einige Tage bei meiner Freundin Lisa und ihren Pferden an (da durfte die Kamera natürlich auch nicht fehlen). Das zeitige Aufstehen Portugals zog sich irgendwie wie ein Roter Faden durch den Herbst und so wurde aus der Nachteule (mir) ein Frühaufsteher. Ich habe mich natürlich auch tierisch gefreut, dass jemand bereit dazu war, das herrliche Licht des Sonnenaufgangs mit mir zu nutzen, jedoch heißt Sonnenaufgang eben auch immer eines: sehr zeitig aufstehen. Dabei ist es im Herbst durch die spätere Zeitschiene deutlich angenehmer und man muss erst um 7 anfangen zu fotografieren. Erst …

Das erste Shooting und wieso wir die Sonne fast verpasst hätten

Den Anfang machten Madlen und ihre erst 2-jährige Stute Skyla. Madlen war im Sommer als Helfer einer Freundin beim Shooting dabei und hat kurz darauf gleich selbst eins für sich gebucht. Wir fanden schnell einen Termin und auch das Wetter war sehr vielversprechend. Da das Shooting auf ihrem Hof stattfand, der knapp 1,5 Stunden Fahrzeit von mir entfernt war, hieß es für mich doch sehr zeitig aufstehen. Ein Vorteil beim Sonnenaufgang: Es ist kein Mensch um diese Uhrzeit unterwegs und die Straßen sind frei (meistens jedenfalls). An diesem Morgen jedoch befand sich mitten auf der Strecke eine Vollsperrung, sodass ich gezwungen war, einen riesigen Umweg zu nehmen. Und auch, wenn ich genügend Zeitpuffer eingerechnet hatte, so ist es doch immer ein Rennen gegen die Zeit, denn wenn die Sonne einmal am Himmel steht, ist sie meist auch schon zu grell. Den pastelligen Himmel, der sich vorm Sonnenaufgang immer so schön abzeichnet, erlebte ich dann auch – allerdings nur durch den Rückspiegel meines Autos.

Endlich angekommen haben wir nicht lang gefackelt und zum Glück auch gleich eine wunderschöne Location gefunden! Zwischen den Feldern bot sich uns ein Stück Wiese, auf dem unzählige Blumen blühten und im richtigen Winkel, wurde es zu einem richtigen Blütenmeer. Kaum, dass die beiden sich in Position gebracht hatten, ging auch schon die Sonne auf und tauchte alles in goldenes Licht. Und für diese Bilder hatte sich der Stress am Morgen doch mehr als gelohnt!

Alle guten Dinge sind 2!?

Das zweite Shooting fand gleich am Folgetag statt und im Gegensatz zum Vortag, war diesmal ein Sonnenuntergangsshooting geplant. Da uns jedoch der Wettergott einen Strich durch die Rechnung machte und es ab 13 Uhr Regen meldete, verlegten wir das Ganze spontan nach vorn auf den Sonnenaufgang … wie ein Roter Faden …
Eingeladen wurde ich von der lieben Helene, die sich Bilder von sich und ihrer Stute Madline wünschte. Durch die tolle Lage des Hofes, hatten wir die Möglichkeit direkt im Muldental zu fotografieren und eine der Auen als Location zu nutzen. Zwar hatten wir im Tal kein direktes Sonnenlicht, aber konnten so auch viele verschiedene Motive umsetzen, ohne vom Licht irgendwie beeinträchtigt zu werden. Neben Kuschelbildern gab es außerdem noch ein wenig Action und die feurige Stute zeigte sich im Freilauf stets regulierbar und von ihrer besten Seite. Am Mittag fing es dann tatsächlich an zu regnen und so konnte ich den restlichen Tag gleich nutzen, um die Ergebnisse zu sichten. Ein weiterer Vorteil vom Sonnenaufgang: Man hat noch den ganzen Tag vor sich und hat doch schon viel geschafft!

Zu Besuch bei Freunden

Kaum eine Woche später war ich wieder einmal bei meiner lieben Lisa zu Besuch und diesmal stand sogar die Übernachtung dort auf der Agenda! Das hieß für uns vor allem eins: Fotografieren, solange Licht da ist bzw. gleich zu den ersten Sonnenstrahlen raus. Auf das die Speicherkarten glühen! Wir begannen an der Scheune für Bilder vor schwarzem Hintergrund. Diesmal lag der Fokus jedoch nicht auf ausdrucksstarken und edlen Motiven, sondern eher auf spaßigen Bildern. Es war eine wilde Party; es gab kleine Hütchen, Luftschlangen und sogar Seifenblasen! Außerdem bekamen alle drei Pferde meinen Weihnachtskranz umgelegt und so hatten wir irgendwie schon die Highlights des Dezembers vorgezogen: Silvester und Weihnachten.

Keine zwei Stunden später gingen wir mit den Pferden auf die Weide, wo uns ein spektakulärer Sonnenuntergang erwartete und wir fotografierten tatsächlich so lange, dass wir den Rückweg im Dunkeln antreten mussten. Den Abend verbrachten wir mit hervorragendem Essen, Pferdefilmen und quatschten wie die Teenager bis tief in die Nacht hinein! Herrlich war’s!

Den nächsten Morgen begannen wir bei Eiseskälte auf der Weide, wo die Pferde im Morgenfrost ihren Frühsport vollzogen und warteten sehnsüchtig auf die Sonne. Nachdem diese erst alles in ein kitschiges Rosa färbte (was ich im Nachhinein doch eigentlich ganz hübsch finde), erhielten wir das erhoffte goldene Licht und nutzten dieses auch, bis die Sonne zu weit oben am Himmel stand. Durchgefroren, aber glücklich, kehrten wir dann zurück, genossen unser Frühstück und beendeten die eh schon perfekte Zeit mit einem gemeinsamen Ausritt. Mit unzähligen Bildern in der Tasche ging es dann (leider) wieder zurück. Aber die Wiederholung ist schon in Planung!